Supernormal selbst erfahren (2026)
An einem ganz normalen Sonntag machen die Eltern einer ganz normalen Familie ihren beiden Kindern eine aussergewöhnliche Unternehmung schmackhaft: Ein Museumsbesuch! Dabei ahnen sie nicht, wie aussergewöhnlich dieser dann wird. Auch für die Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes und nicht zuletzt für das Publikum: Denn statt Figuren dabei zuzusehen, was ein Museumsbesuch bei ihnen auslöst, kann sich dieses selbst auf einen solchen Gang begeben. Entlang von Bewegungsabläufen, Bühnenbildelementen und Textfragmenten absolviert es einen Parcours, welcher von einer Leseperformance, einer szenischen Skizze und einem Tanzduett umrandet wird.

Try-Out: 21. Juni 2025, Stadttheater Schaffhausen, im Rahmen der Schaffhauser Kulturtage
Premiere: 04. Oktober 2026, GZ Buchegg, Zürich
Konzept, Choreografie, Performance, Produktionsleitung Tina Beyeler Konzept, Text, Dramaturgie, Produktionsleitung Andri Beyeler Performance Kathrin Veith, Onna Millns Licht, Technik Fiona Zolg Bühnenbildelemente Nina Langosch Musik Frank Gerber
Mit Unterstützung von Stadt und Kanton Schaffhausen

Im Herbst 2023 feierte unsere Produktion Supernormal in Schaffhausen Premiere. Im Anschluss durften wir mit diesem Stück auch in Steckborn, Baden, Chur sowie Bremgarten (AG) gastieren und sollten es im Juni 2025 an den Schaffhauser Kulturtagen präsentieren. Leider haben gesundheitliche Probleme letzteres verhindert. Um trotzdem an diesem Anlass teilnehmen zu können, sahen wir uns herausgefordert, Supernormal in ein neues Format zu überführen. Wir haben uns entschieden, unser «Museumsstück» selbst in ein Museum zu stellen: Aus einer Vorführung wurde eine performative Installation mit interaktiven Anteilen. Statt Figuren dabei zuzusehen, was ein Museumsbesuch bei ihnen auslöst, kann sich das Publikum neu selbst auf einen solchen Gang begeben und sich an mehreren Stationen mit Exponaten aus dem Stück beschäftigen: Bewegungsabläufen, Textfragmenten, Bühnenbildelementen. So wurde aus Supernormal nun Supernormal selbst erfahren.

Salome, 8 Jahre:
«Ich fand es super, dass ich selber mitmachen konnte. Als meine Mami sagte, dass die [im Text vorkommende] einzelne schwarze Socke wohl meinem Bruder gehört, war das sehr lustig.»
Carina, 33 Jahre:
«Ein Museumsbesuch im Theater, wie wird das wohl dachte ich vorher. Es wurde genau so einer: als Teil der supernormalen Familie streifte ich mit dem Publikum von Ausstellungsraum zu Ausstellungsraum, also Backstagebereich zu Foyer, und wurde selbst zum musealen Bestandteil. Einmal durch angeleitete Bewegungssequenzen, einmal durch eine Gruppenimprovisation oder auf der nächtlichen Gedankenreise der Securitas. Ein wunderbares Erlebnis fiktiv in einen Museumsbesuch abzutauchen und gleichzeitig Teil einer tänzerischen Performance zu werden.»
Nicole, 50 Jahre:
«Als Tina in der Einführung auf den grossen Gummireifen geplumpst ist und weggespickt wurde, hatte ich gleich Lust, dies selber auszuprobieren. Ich war gespannt auf das Gefühl dabei. Toll, dass ich die Möglichkeit dazu bekam.»
Walter, 62 Jahre:
«Einfach ausgedrückt: Ich fand’s super. Und ausformuliert etwa so: Cool fand ich, dass am Schluss alle Puzzleteile der Geschichte zusammenkamen. Dabei war es ja so, dass die Geschichte manchmal so beiläufig daherkam, damit meine ich die Choreo-Station, bei der es eigentlich um Bewegungsmuster ging oder auch die Sache mit den Schläuchen. Man hat sich so den Museumsbesuch quasi selbst erzählt, und das mit dem Körper. Das fand ich sehr schön.»
Babeth, 73 Jahre, und Edi, 68 Jahre:
«Du gehst hin, um zu schauen und zuzuhören – und dann bist du mitten drin und machst mit. Museale Objekte werden zu einem inspirierenden Gegenüber, Bewegungen und Posen der Museumsbesucher führen zu einer Choreografie, der sachliche Bericht der Securitasfrau verwandelt sich in ein poetisches Geschehen, die Grenzen zwischen Alltag und Traum verschwimmen. Auch ein Lehrstück über die Entstehung und die Wirkung von Kunst.»

Fotos von Michael Kessler und Noëlle Guidon
Zurück zu den Produktionen